Entwicklungen in Bayern und München
Die bayerische Biotechnologiebranche setzt ihren Wachstumskurs fort. Trotz des anspruchsvollen globalen Marktumfelds stieg die Zahl der Unternehmen im bayerischen Biopharma-Sektor im Jahr 2025 um 1,5 % auf 548. Es wurden 26 neue Startups gegründet (+62,5 %), während die Fördermittel und Finanzierungen mit über 930 Mio Euro einen neuen Rekordwert erreichten.
Gründungshoch bei stabiler Unternehmensentwicklung
Die Zahl der Unternehmen im bayerischen Biopharma-Sektor stieg 2025 auf 548 und damit um acht Unternehmen gegenüber dem Vorjahr. Wachstumstreiber waren insbesondere die Biotechnologie- und Life-Science-Unternehmen. Insgesamt wurden 26 neue Startups gegründet (+62,5 %).
Damit setzt sich ein klarer Aufwärtstrend fort: Nach zehn Neugründungen im Jahr 2023 und 16 im Jahr 2024 markiert 2025 einen neuen Höchstwert. Die Entwicklung unterstreicht die Attraktivität Bayerns als führender Innovationsstandort für Biotechnologie in Europa.
Auch die Beschäftigung entwickelte sich positiv. Die Zahl der Mitarbeitenden im Biopharma-Sektor stieg um 3,5 % auf rund 59.000 Beschäftigte. Insbesondere größere Biotech-Unternehmen bauten ihre Teams weiter aus.
Rekordfinanzierungen von über 930 Millionen Euro
Bayerische Biotech-Unternehmen konnten 2025 mehr als 930 Mio Euro an Finanzierungsmitteln einwerben. Damit wurde der bereits hohe Wert des Vorjahres nochmals übertroffen – entgegen dem Bundestrend mit rückläufigen Finanzierungen. Seit 2023 hat sich das Finanzierungsvolumen nahezu verdoppelt.
Die größte Finanzierungsrunde des Jahres schloss Biotech-Champion Tubulis aus München mit einer Serie-C-Finanzierung über 344 Millionen Euro ab. Im April 2026 wurde das Unternehmen vom US-Pharmakonzern Gilead für bis zu fünf Milliarden US-Dollar übernommen – ein eindrucksvoller Beleg für die internationale Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Biotechnologie.
Weitere bedeutende Finanzierungen erzielten unter anderem ITM mit einer Fremdfinanzierung über bis zu 231 Mio Euro, Nuclidium mit einer Serie-B-Runde über 84 Mio Euro, Formycon mit einer überzeichneten Unternehmensanleihe über 70 Mio Euro, Immunic mit einer Kapitalaufnahme von 57 Mio Euro sowie AMSilk mit insgesamt 52 Mio Euro.
Im Frühphasenbereich wurden fünf Seed-Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von über 21 Mio Euro bekannt gegeben. Gleichzeitig zeigt die vergleichsweise geringe Zahl größerer Series-A-Runden, dass die Finanzierung von Wachstumsunternehmen weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Klinische Pipeline weiterhin stark
Die Entwicklungs-Pipeline der bayerischen Biotech-Unternehmen zeigt sich robust. Insgesamt befinden sich 72 Projekte in der klinischen Entwicklung. Besonders positiv entwickelte sich die Zahl der Phase-II-Projekte, während die Zahl der Phase-I-Projekte ebenfalls zunahm. Demgegenüber ging die Zahl der Projekte in Phase III deutlich zurück, was auch darauf zurückzuführen ist, dass mehrere Programme mit unbekanntem Status geführt werden.
Onkologie bleibt weiterhin die wichtigste Indikation, gleichzeitig gewinnt der Bereich Infektionskrankheiten an Bedeutung. Ein besonderer Erfolg gelang Bavarian Nordic mit der FDA-Zulassung und europäischen Marktzulassung seines Chikungunya-Impfstoffs.
Investitionen in Milliardenhöhe stärken den Standort Bayern
Die positive Entwicklung des Standorts wird zudem durch umfangreiche Investitionen in Forschung und Infrastruktur gestützt. Roche investiert in Penzberg mehr als 640 Mio Euro in den Ausbau seiner Diagnostik- und Sequenzierungskapazitäten und schafft damit rund 200 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig stärkt der neue Fraunhofer-Standort für Translationale Medizin und Pharmakologie in Penzberg mit knapp 90 Mio Euro Fördermitteln die Forschung zu Infektionskrankheiten und Immunologie.
Die erste Bauphase des neuen Biowissenschaftscampus der Max-Planck-Gesellschaft in Martinsried wurde mit einem Budget von 361 Mio Euro bewilligt, was das langfristige Engagement für den Ausbau von Forschungskapazitäten auf Weltklasseniveau unterstreicht. Der Freistaat stellt bis zu 500 Mio Euro für das Gesamtprojekt bereit.
Positiver Ausblick
Der deutliche Anstieg bei den Neugründungen, die hohe Finanzierungskraft des Sektors sowie die kontinuierlichen Investitionen in Forschung und Infrastruktur sprechen für eine weiterhin positive Entwicklung des Standorts.
Erfolgsstorys - Interviews – Firmenverzeichnis
Der bayerische Biotech Jahresreport beleuchtet neben Zahlen und Fakten in Interviews den Blickwinkel verschiedener Player auf die Branche, zeigt Erfolgsgeschichten von Startups, Aktivitäten von BioM sowie weiteren Clustern und berichtet über die bayerischen Biotechnologie-Standorte. Zudem enthält der Report ein aktuelles Firmenverzeichnis mit Profilen und Kontakten.