BioM präsentiert neuen Report Biotech in Bavaria

Mit ihrem Jahresreport "Biotech in Bavaria 2025/26" präsentiert die Clusterorganisation BioM ein bayerisches Branchenbild, auch zu Biotech in der Region München.

Rekordfinanzierungen und Gründungshoch trotz herausforderndem Umfeld

Mit ihrem Report  Biotech in Bavaria 2025/26 – Where champions grow präsentiert die Clusterorganisation BioM wieder ein aktuelles Bild der Branche.

Neben aktuellen Zahlen für Bayern widmet sich die Broschüre der Startup-Landschaft, der Medikamenten-Pipeline, ergänzt relevante, internationale Marktdaten und beleuchtet zukunftsweisende Forschungsansätze und Finanzierungen.

Dr. Julian Dieler (StMWi), Verena Vitz (EY), Dr. Jonas Helma-Smets (Tubulis) und Prof. Ralf Huss (BioM) stellten den neuen Bavarian Biotech Report vor.

Entwicklungen in Bayern und München

Die bayerische Biotechnologiebranche setzt ihren Wachstumskurs fort. Trotz des anspruchsvollen globalen Marktumfelds stieg die Zahl der Unternehmen im bayerischen Biopharma-Sektor im Jahr 2025 um 1,5 % auf 548. Es wurden 26 neue Startups gegründet (+62,5 %), während die Fördermittel und Finanzierungen mit über 930 Mio Euro einen neuen Rekordwert erreichten. 

Gründungshoch bei stabiler Unternehmensentwicklung

Die Zahl der Unternehmen im bayerischen Biopharma-Sektor stieg 2025 auf 548 und damit um acht Unternehmen gegenüber dem Vorjahr. Wachstumstreiber waren insbesondere die Biotechnologie- und Life-Science-Unternehmen. Insgesamt wurden 26 neue Startups gegründet (+62,5 %). 

Damit setzt sich ein klarer Aufwärtstrend fort: Nach zehn Neugründungen im Jahr 2023 und 16 im Jahr 2024 markiert 2025 einen neuen Höchstwert. Die Entwicklung unterstreicht die Attraktivität Bayerns als führender Innovationsstandort für Biotechnologie in Europa.

Auch die Beschäftigung entwickelte sich positiv. Die Zahl der Mitarbeitenden im Biopharma-Sektor stieg um 3,5 % auf rund 59.000 Beschäftigte. Insbesondere größere Biotech-Unternehmen bauten ihre Teams weiter aus.

Rekordfinanzierungen von über 930 Millionen Euro

Bayerische Biotech-Unternehmen konnten 2025 mehr als 930 Mio Euro an Finanzierungsmitteln einwerben. Damit wurde der bereits hohe Wert des Vorjahres nochmals übertroffen – entgegen dem Bundestrend mit rückläufigen Finanzierungen. Seit 2023 hat sich das Finanzierungsvolumen nahezu verdoppelt.

Die größte Finanzierungsrunde des Jahres schloss Biotech-Champion Tubulis aus München mit einer Serie-C-Finanzierung über 344 Millionen Euro ab. Im April 2026 wurde das Unternehmen vom US-Pharmakonzern Gilead für bis zu fünf Milliarden US-Dollar übernommen – ein eindrucksvoller Beleg für die internationale Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Biotechnologie.

Weitere bedeutende Finanzierungen erzielten unter anderem ITM mit einer Fremdfinanzierung über bis zu 231 Mio  Euro, Nuclidium mit einer Serie-B-Runde über 84 Mio Euro, Formycon mit einer überzeichneten Unternehmensanleihe über 70 Mio Euro, Immunic mit einer Kapitalaufnahme von 57 Mio Euro sowie AMSilk mit insgesamt 52 Mio Euro.

Im Frühphasenbereich wurden fünf Seed-Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von über 21 Mio Euro bekannt gegeben. Gleichzeitig zeigt die vergleichsweise geringe Zahl größerer Series-A-Runden, dass die Finanzierung von Wachstumsunternehmen weiterhin eine Herausforderung bleibt.

Klinische Pipeline weiterhin stark

Die Entwicklungs-Pipeline der bayerischen Biotech-Unternehmen zeigt sich robust. Insgesamt befinden sich 72 Projekte in der klinischen Entwicklung. Besonders positiv entwickelte sich die Zahl der Phase-II-Projekte, während die Zahl der Phase-I-Projekte ebenfalls zunahm. Demgegenüber ging die Zahl der Projekte in Phase III deutlich zurück, was auch darauf zurückzuführen ist, dass mehrere Programme mit unbekanntem Status geführt werden.

Onkologie bleibt weiterhin die wichtigste Indikation, gleichzeitig gewinnt der Bereich Infektionskrankheiten an Bedeutung. Ein besonderer Erfolg gelang Bavarian Nordic mit der FDA-Zulassung und europäischen Marktzulassung seines Chikungunya-Impfstoffs.

Investitionen in Milliardenhöhe stärken den Standort Bayern

Die positive Entwicklung des Standorts wird zudem durch umfangreiche Investitionen in Forschung und Infrastruktur gestützt. Roche investiert in Penzberg mehr als 640 Mio Euro in den Ausbau seiner Diagnostik- und Sequenzierungskapazitäten und schafft damit rund 200 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig stärkt der neue Fraunhofer-Standort für Translationale Medizin und Pharmakologie in Penzberg mit knapp 90 Mio Euro Fördermitteln die Forschung zu Infektionskrankheiten und Immunologie. 

Die erste Bauphase des neuen Biowissenschaftscampus der Max-Planck-Gesellschaft in Martinsried wurde mit einem Budget von 361 Mio Euro bewilligt, was das langfristige Engagement für den Ausbau von Forschungskapazitäten auf Weltklasseniveau unterstreicht. Der Freistaat stellt bis zu 500 Mio Euro für das Gesamtprojekt bereit.

Positiver Ausblick

Der deutliche Anstieg bei den Neugründungen, die hohe Finanzierungskraft des Sektors sowie die kontinuierlichen Investitionen in Forschung und Infrastruktur sprechen für eine weiterhin positive Entwicklung des Standorts.

Erfolgsstorys - Interviews – Firmenverzeichnis

Der bayerische Biotech Jahresreport beleuchtet neben Zahlen und Fakten in Interviews den Blickwinkel verschiedener Player auf die Branche, zeigt Erfolgsgeschichten von Startups, Aktivitäten von BioM sowie weiteren Clustern und berichtet über die bayerischen Biotechnologie-Standorte. Zudem enthält der Report ein aktuelles Firmenverzeichnis mit Profilen und Kontakten.

Liste neuer Biotech- und Pharmaunternehmen in Bayern 2025/26.

Gründungen

Insgesamt wurden 26 neue Startups in Bayern gegründet. In der Stadt und im Landkreis München finden sich 21 der 26 neuen Startups. Drei weitere Unternehmen siedelten sich in Bayern an. 

Trotz anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen bleibt die Stimmung in der Branche positiv. 63 % der befragten Unternehmen in Bayern bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. 82 % erwarten in den kommenden drei bis fünf Jahren eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftsentwicklung.

Über den Report Biotech in Bavaria

BioM erstellt als Netzwerkorganisation der Biotechnologiebranche in München und Bayern jährlich den Report Biotech in Bavaria zur Entwicklung der bayerischen Biotechnologie und Pharma-Branche im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Dieser erfasst aktuelle Branchenkennzahlen, Trends und ausgewählte Beispiele für die Innovationskraft aus Wissenschaft und Unternehmertum in Bayern.