Siemens Mobility eröffnet neuen Hauptsitz in München Allach

Das Unternehmen präsentierte die neue Generation der Vectron Lok, die hier im Münchner Westen gebaut wird und in über 20 europäischen Ländern unterwegs ist.

Erweiterter Standort, hochmoderne Produktion

Ministerpräsident Söder, Oberbürgermeister Reiter, der Münchner Wirtschaftsreferent Dr. Christian Scharpf und weitere Gäste waren am 7.7. zur Eröffnung vor Ort im neuen, internationalen Headaquarter von Siemens Mobility in München Allach.

Mit einer Gesamtinvestition von rund 250 Millionen Euro hat Siemens Mobility den Standort auf jetzt 100.000 Quadratmeter erweitert und damit die Fläche verdoppelt. Die Weltzentrale ist nun die Hauptdrehscheibe des Unternehmens für die Entwicklung und Produktion von Schienenfahrzeugen sowie ein Kompetenzzentrum für deren Service.

Am Standort arbeiten 2.000 Mitarbeiter aus 41 Nationen, darunter 325 Mitarbeiter, die vom ehemaligen Standort München Perlach umgezogen sind. Durch die Erweiterung und die Steigerung der Kapazität entstehen hier nun noch weitere 500 hochqualifizierte Arbeitsplätze, unter anderem in technischen Bereichen wie Schweißen, Schlosserei, Mechatronik und Elektrik.

Als eine der modernsten Zugproduktionen Europas setzt die Zugfabrik in München-Allach auf lasergeführte Installation, Digitalen Zwilling und KI-basierte Softwarelösungen und kann durch KI-basierte Wartung die Servicekapazität verdreifachen.

Siemens Mobility ist seit 2017 eine eigenständige GmbH und agiert als 100-prozentige Tochter des Siemenskonzerns.

Siemens Lokomotivenwerk und "Home of Vectron"

Im Jahr 2001 übernahm Siemens das Lokomotivengeschäft vollständig vom damaligen Partner Krauss-Maffei und seit 2010 werden die elektrisch betriebenen Vectron-Lokomotiven in Allach produziert.

2015 erreichte die Produktion mit der 22.000-ten Lok, einer Vectron, einen Meilenstein. Im selben Jahr bezog die Servicesparte von Siemens Mobility auf dem Gelände das Rail Service Center und das Data Center, um Synergien zwischen Produktion und Service zu ermöglichen.

Auch eine der schnellsten Loks der Welt, die Taurus 3 mit einer Maximalgeschwindigkeit von 357 km/h, die mittlerweile von der ÖBB genutzt wird, stammt aus der Siemens-Lokfabrik.

In der Vectron-Reihe werden in Allach seit Kurzem zudem Waggons für den Personenverkehr gebaut - so etwa seit letztem Jahr "Vectouro"-Reisewagen im Auftrag der tschechischen Staatsbahn. Künftig sollen 50–180 Waggons pro Jahr hergestellt werden.

Im Juni 2025 übergab Siemens Mobility die erste seiner neuesten Lokomotivengeneration - die Vectron MS („Mehrsystemeinsatz“) - an die italienische Rail Traction Company (RTC) S.p.A.. Im Inneren des 90-Tonnen-Kolosses ist eine Technologie verbaut, die den grenzüberschreitenden Schienenverkehr in Europa ermöglicht. Die Vectron MS kann von Gleichstrom auf Wechselstrom umschalten, so dass keine Lokwechsel mehr nötig sind. Von der Vectron MS-Reihe gibt es zudem eine reine Elektrolok, die dank Akkus auch zeitweise Strecken ohne Oberleitung befahren kann.