Der "Food Startup Campus" - Treffpunkt für Münchens Food-Startups

Am 21.4. findet der "Food Startup Campus" statt, diesmal zentral in der Hochschule München. Er zeigt Münchens dynamische Food-Szene, Inkubatoren und Netzwerke.

Vernetzung und Know how

Der "Food Startup Campus" findet bereits zum sechsten Mal statt – gestartet als Online-Event, später in Freising und nun erstmals in München. Hier trifft sich das gesamte Food-Ökosystem: Gründer*innen, Unternehmen, Investor*innen und alle, die sich für Food-Innovationen begeistern.

München hat sich zu einem dynamischen Standort für Food-Innovation entwickelt. Die Organisatoren wollen diese Entwicklung stärken und Food-Startups mit den richtigen Partnern, Ressourcen und Kontakten zusammenbringen, um ihnen den Einstieg zu erleichtern und ihr Wachstum zu beschleunigen.

Food Startup Campus - ein intensiver Tag mit Panels, Talks und dem FoodNextGen Pitch und einer Ausstellungsfläche für Startups und Business-Partner

Wann: Dienstag, 21.4.26 

Wo: Lothstraße 64, 80335 München

Schon seit einiger Zeit zeigt sich eine verstärkte Nachfrage nach innovativen Food-Konzepten, auch wenn die Wirtschaftslage die Experimentierfreude von Startups sowie Kundinnen und Kunden derzeit etwas dämpft.

Große Trends sind nach wie vor Fleischalternativen (alternative Proteine) und Alternativen zu Kaffee und Kakao, die wegen des Klimawandels und hoher Nachfrage tendenziell teurer werden. Auch Nachhaltigkeit und faire Lieferketten bleiben aktuell, ebenso wie nachhaltige Verpackungen, Energieeffizienz in der Produktion und klimafreundliche Anbaumethoden. Neu hinzu kommen Nährstoffoptimierung und personalisierte Ernährung - etwa in Form von „Nutraceuticals“ – der Verbindung von Ernährung und Gesundheitsförderung etwa durch Probiotika oder pflanzliche Extrakte.

Quer durch alle Wertschöpfungsketten spielt das Thema Digitalisierung und KI eine immer wichtigere Rolle - von Produktentwicklung über Produktion bis hin zum Handel, etwa um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und um wertvolle Ressourcen zu sparen.

Münchner Stars und Newcomer

Hier einige Startups aus München, die eine gewisse Bekanntheit und Präsenz im Handel erreicht haben und spannende neue Food-Ideen vertreten (Auswahl): 

Die Organisatoren im Interview

Zu Marktpotenzial, Trends und welche Eigenschaften für Food-Gründer*innen besonders wichtig sind, haben uns die Organisatoren des Food Startup Campus, Christine Purnell und Walther Bruckschen ihre Einschätzung gegeben. 

mb: Wie schätzt Ihr die Potenziale im Bereich Food (Nahrungsmittel/Verarbeitende Industrie) für Startups derzeit ein? Wo entstehen hier neue Geschäftsideen und neue Produkte?

Walther Bruckschen: "Aus unserer Sicht bestätigt sich die hohe Innovationsdynamik im Food-Bereich, auch wenn sich die Marktbedingungen spürbar verändert haben. Die aktuell gedämpfte Konsumstimmung führt dazu, dass sich neue Produkte stärker über einen klar erkennbaren Mehrwert differenzieren müssen.

Besonders deutlich wird dies im Bereich funktionaler Lebensmittel und Getränke, die gezielt auf zusätzliche Nutzenversprechen wie Energie, Fokus oder Nährstoffoptimierung setzen. Hier zeigt sich eine Verschiebung hin zu Produkten, die nicht nur konsumiert, sondern bewusst zur Unterstützung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eingesetzt werden.

Gleichzeitig beobachten wir eine Weiterentwicklung im Segment der alternativen Rohstoffe und Proteinquellen. Neben klassischen pflanzlichen Alternativen gewinnen innovative Ansätze wie Fermentation, Pilz-basierte Produkte oder Upcycling an Bedeutung und erweitern das Spektrum nachhaltiger Lösungen.

Ein weiterer, klarer Trend ist die zunehmende Premiumisierung im Bereich alkoholfreier Getränke und sogenannter „Adult Soft Drinks“. Diese Produkte bedienen das Bedürfnis nach Genuss und Ritualen, ohne Alkohol zu konsumieren, und positionieren sich zunehmend im hochwertigen Segment.

Darüber hinaus zeigt sich, dass Convenience und Qualität immer stärker zusammen gedacht werden. Ready-to-drink- und Ready-to-eat-Konzepte entwickeln sich weiter in Richtung hochwertiger, gesundheitsorientierter Lösungen für den Alltag."

Was zeichnet speziell erfolgreiche Gründer*innen im Bereich Food aus?

Christine Purnell: "Gründerinnen und Gründer im Food-Bereich müssen aus unserer Sicht ein hohes Maß an operativer Resilienz mitbringen. Sie sind früh gezwungen, ihre Produkte im direkten Marktkontakt zu testen – sei es auf Messen, Events oder im direkten Vertrieb – und erhalten so kontinuierlich Feedback von Endkundinnen und -kunden.

Diese Nähe zum Markt erfordert nicht nur Anpassungsfähigkeit, sondern auch die Bereitschaft, schnell zu lernen und Konzepte iterativ weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig entsteht bereits in frühen Phasen ein hoher organisatorischer Aufwand. Mit wachsender Nachfrage benötigen viele Food-Startups kurzfristig zusätzliche Unterstützung, häufig in Form von Aushilfskräften oder temporären Teams. Das bedeutet, dass Gründerinnen und Gründer früh lernen müssen, mit unterschiedlichsten Stakeholdern zu arbeiten, Aufgaben zu koordinieren und Verantwortung zu delegieren.

Insgesamt wird deutlich, dass neben Produktüberzeugung und Leidenschaft insbesondere die Fähigkeit zählt, unter hoher Komplexität zu operieren und parallel Vertrieb, Produktion und Teamaufbau voranzutreiben."

 

Münchens Food Ökosystem

Im Munich Food Hub bündeln sich zentrale Akteure und schaffen eine wichtige Plattform für Austausch und Zusammenarbeit. Diese Organisationen und Inkubatoren sind Kooperationspartner:

  • FSIWS Food Startup Inkubator Weihenstephan: Infrastruktur und Produktionsmöglichkeiten, Weiterbildung
  • DICA Dynamic Innovation Campus Drinks & Food Tech: Co-Creation mit etablierten Unternehmen aus der Getränkeindustrie
  • REWE Startup-Lounge: Start in München, mittlerweile wurde das Programm für Testlistung in ausgewählten Märkten national ausgerollt
  • AgiFood Hub: zentrale Plattform zur Förderung von Innovation, Zusammenarbeit und Unternehmensgründung im Agrar- und Lebensmittelsektor
  • StartinFOOD: Beratungsagentur für Food Startups, Unterstützung bei Konzeptentwicklung, Markteintritt, Finanzierung und Netzwerkaufbau

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft ist Partner im Munich Food Hub und unterstützt den Food Startup Campus 2026.