Münchner Jahreswirtschaftsbericht 2026

Münchner Jahreswirtschaftsbericht 2026 vorgestellt. Resilienz und Innovationskraft in herausfordernden Zeiten.

Überblick

Der Münchner Jahreswirtschaftsbericht 2026 zeigt: Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds behauptet sich München als einer der stärksten und innovativsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands.

Der Referent für Arbeit und Wirtschaft, Dr. Christian Scharpf, hat den Bericht und seine Ergebnisse heute der Presse präsentiert.

Resilienz und Innovationskraft in herausfordernden Zeiten

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen: Wirtschaftliche Stagnation und geopolitische Krisen

Deutschlands Wirtschaft stagnierte 2025 mit einem BIP-Wachstum von nur 0,2 Prozent. Für 2026 wurde zunächst ein Anstieg auf 0,6 Prozent prognostiziert – der Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar 2026 trübte die Aussichten jedoch erneut ein und ließ Energie- und Rohstoffpreise sprunghaft steigen. Unmittelbar nach dem vorläufigen Kriegsende korrigierte das ifo-Institut seine Prognose auf 0,8 Prozent.
 

München als Wirtschaftsmotor Bayerns

München erwirtschaftet 19,0 Prozent des bayerischen BIP, obwohl nur 11,4 Prozent der bayerischen Bevölkerung hier leben. Was die Arbeitsproduktivität – ausgedrückt durch die Kennziffer BIP je Erwerbstätige – betrifft, liegt München mit 122.227 Euro je Erwerbstätigen deutlich vor Hamburg und Berlin.

Die Stadt beherbergt sieben DAX-Unternehmen aus den Branchen Automotive, Versicherung, High-Tech und Energie – ein Beleg für die einzigartige Branchenvielfalt des Standorts.
 

Startup-Hauptstadt: München schiebt sich vor Berlin

2025 schob sich München auf Platz 1 der deutschen Startup-Neugründungen:

  • Mit 19,3 Neugründungen je 100.000 Einwohner liegt München deutlich vor Berlin (16,8) und Düsseldorf (15,4).
  • In Münchner Startups flossen 2,7 Milliarden Euro Venture Capital (Berlin: 2,4 Milliarden Euro).
  • Zum Münchner Ökosystem zählen acht Unicorns und zwei Decacorns.
     

Münchner Arbeitsmarkt: Allzeithoch trotz Gegenwind 

Die Beschäftigung am Münchner Arbeitsmarkt erreicht im Jahr 2025 mit 976.230 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Höchststand. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr liegt bei 0,6 Prozent. Zum Vergleich: In Bayern und in Deutschland betrug der Beschäftigungszuwachs im vergangenen Jahr jeweils lediglich 0,1 Prozent.
 

Aufgrund der stagnierenden Wirtschaftsentwicklung stieg jedoch auch die Arbeitslosenquote und lag im Jahresdurchschnitt im Agenturbezirk München bei 5,0 Prozent. München bleibt im Vergleich der einwohnerstärksten Städte diejenige Großstadt mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. (Berlin 10,3 Prozent | Köln 9,1 Prozent | Hamburg 8,3 Prozent | Frankfurt 6,9 Prozent | Stuttgart 5,7 Prozent.)
 

Kommunale Finanzen

Die Gewerbesteuereinnahmen lagen 2025 bei 3,63 Milliarden Euro. Trotz stabiler Steuereinnahmen stieg die Verschuldung Münchens 2025 jedoch auf 7,3 Milliarden Euro an (+36 Prozent gegenüber 2024). Die kommunalen Investitionen fließen in Infrastruktur, Bildung, Wohnungsbau, Klima- und Umweltschutz sowie soziale Leistungen.

"München Code" macht die Stadt zum wirtschaftlichen Kraftzentrum

Das manager-magazin sprach in seiner Ausgabe vom Jahresbeginn 2026 vom "München Code". Münchens Erfolg basiert auf einem Zusammenwirken zahlreicher Faktoren und eng verknüpfter und herausragender Akteure.

Aufgabe der Kommune ist es die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes München nachhaltig voranzutreiben und im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten zu unterstützen.

Dabei versteht sich das Wirtschaftsreferat nicht nur als Ansprechpartner, sondern vor allem als "Enabler" für die Wirtschaft. Wir treiben die Entbürokratisierung voran und suchen neue und vor allem lösungsorientierte Wege in der Verwaltung.

 

Münchens Stärke liegt in seiner Vielfalt

Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft:

„Der München Code ist kein Zufall – er ist das Ergebnis jahrzehntelanger, kluger Stadtentwicklung.
Sieben DAX-Konzerne, die europaweit führende Startup-Szene und eine Kreativwirtschaft, die ganze Bundesländer übertrifft: Das zeigt, dass unsere Stärke in der Vielfalt liegt. Auch in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld bleibt München robust – weil die Münchner Mischung mit ihren stark diversifizierten Branchen- und Unternehmensmix funktioniert.
Die herausragend positionierte Münchner Wissenschafts-, Forschungs- und Startup-Szene schafft ein Klima für Innovation und Fortschritt; eine wichtige Voraussetzung, die gerade von innovativen Unternehmen stark nachgefragt wird. Gleichzeitig finden die Unternehmen am renommierten Hochschulstandort München geeignete Fach- und Nachwuchskräfte.

Jetzt ist es unsere Aufgabe, diese Grundlage durch mutige Investitionen in Infrastruktur, Wohnraum und eine unternehmensfreundliche Verwaltung zu sichern und weiterzuentwickeln.”

Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft

Hintergrund

Der Münchner Jahreswirtschaftsbericht erscheint jährlich und bietet eine detaillierte Analyse zur wirtschaftlichen Lage der Stadt. Er basiert auf statistischen Auswertungen, Branchenanalysen und Einschätzungen von Wirtschaftsverbänden.