Schritt für Schritt zur Fachkraft

Die neue Studie "Aufstiege ermöglichen" mit der Bertelsmann Stiftung zeigt, in welchen Bereichen Helfertätigkeiten die besten Chancen zur Weiterqualifizierung haben

Teilqualifikationen gezielt auswählen

Fachkräfte haben deutlich bessere Arbeitsmarktchancen als Menschen, die auf Helferniveau – also ohne formal anerkannten Berufsabschluss – arbeiten. Das zeigt die neue Studie des Jobmonitors der Bertelsmann Stiftung "Aufstiege ermöglichen". Diese wurde vom Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) der Stadt im Rahmen des Modellprojekts „Jobmonitor vor Ort“ mitgefördert. Grundlage hierfür war eine KI-gestützte Auswertung von mehr als 40 Millionen Online-Stellenanzeigen.

Die Untersuchung zeigt, in welchen Berufen der Aufstieg von Helfer*innen zu Fachkräften besonders aussichtsreich ist und welche Qualifizierungsbausteine dafür erforderlich sind. Vor allem modulare Teilqualifizierungen können vorhandene Kompetenzen gezielt ergänzen und den Zugang zu besser bezahlten, weniger konjunkturabhängigen Tätigkeiten ermöglichen.

 

Steckbriefe für ausgewählte Berufe

Als Personaler*in im Unternehmen können Sie durch die Studie Einblicke in mögliche Aufstiegspfade für ihre Beschäftigten im Helferbereich gewinnen. Die Studie enthält acht Steckbriefe, die auch für Berater*innen in Arbeitsagenturen, Jobcentern und bei Bildungsträgern von Interesse sind. Die Steckbriefe ermöglichen es, in der Arbeitsberatung passgenauere und damit auch erfolgversprechendere Übergänge zu entwickeln. Zudem enthalten sie nützliche Zusatzinformationen wie den Gehaltsunterschied zwischen Helfer*innen- und Fachkraftberuf. Bei der Wahl von Qualifizierungsangeboten können Sie hier strategisch sinnvolle Angebote suchen, die als modulare Teilqualifizierungen erfolgsversprechend sind. 

Ein Aufstieg zur Fachkraft lohnt sich besonders dann, wenn in einem Beruf Fachkräfte deutlich stärker nachgefragt werden
als Helfer*innen – wie etwa in den Bereichen Verkauf, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Gartenbau, Lager und Büro. Gerade für die Helfer*innen sollten Übergänge auch mit einem überschaubaren (d. h., „maximal nötigen“) Aufwand und in nachvollziehbaren Schritten zu bewältigen sein. Entscheidend sind die fehlenden Kompetenzen, die es noch zu erwerben gilt.

Folgende Steckbriefe liegen vor

  • Aufstiege im Büro und Sekretariat ermöglichen
  • Aufstiege im Verkauf ermöglichen 
  • Aufstiege in der Reinigung ermöglichen
  • Aufstiege im Objekt- oder Personenschutz ermöglichen 
  • Aufstiege in der Lagerwirtschaft ermöglichen 
  • Aufstiege in der Fahrzeugtechnik ermöglichen 
  • Aufstiege im Maschinenbau ermöglichen 
  • Aufstiege im Gartenbau ergmöglichen 

Anwendung im Wirtschaftsreferat

Das MBQ setzt diesen Ansatz bereits in zahlreichen Projekten um. Insbesondere im Verbundprojekt „Perspektive Arbeit“ und in den Pflegeprojekten unterstützt das MBQ viele Teilnehmende ohne formal anerkannten Berufsabschluss mit Beratung, Qualifizierung und beruflicher Weiterentwicklung.

So verbessert die Stadt individuelle Beschäftigungschancen und erschließt zugleich zusätzliche Fachkräftepotenziale für den Münchner Arbeitsmarkt. Die Studie liefert hierfür eine wichtige empirische Grundlage.